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Ab wann und wie sollten die Zähne der Kinder geputzt werden?

Schon mit Durchbruch der ersten Milchzähne sollte mit der Zahnreinigung begonnen werden. Eine Zahnbürste mit kurzem Kopf und weichen Borsten (Kinderzahnbürste) ist zu empfehlen. Neuerdings sind auch spezielle Zahnbürsten vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr erhältlich, die individuell die Besonderheiten der unterschiedlichen Altersstufen berücksichtigen (Abb. 1a). Besonderes Augenmerk muss auf die Zähne im Kieferspaltbereich gerichtet werden, da sie oft für die Zahnbürste schwer zugänglich sind. Auch reagieren die Kinder auf Berührungen im Kieferspaltbereich besonders empfindlich. Durch spielerisches Einüben des Zähneputzens lernen die Kinder, dass Berührungen im Spaltbereich nicht zwangsläufig mit Schmerzen verbunden sein müssen.

Abb. 1a: Kinderzahnbürsten  
Abb. 1b: Kinderzahnpasta

Abb. 1a: Kinderzahnbürsten
Abb. 1a
Abb. 1b: Kinderzahnpasta
Abb. 1b

Was kann noch getan werden, um die Zähne optimal gesund zu halten?

Neben regelmäßigen Kontrollen in der interdisziplinären Spaltsprechstunde sollten Besuche beim Hauszahnarzt schon frühzeitig, auch schon bei Durchbruch der Milchzähne erfolgen. Die Gesunderhaltung der Zähne ist gerade bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Segelspalten besonders wichtig, da zur Sicherung eines guten kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses die Zähne erhalten werden müssen. Daher wird versucht, eine Kariesentstehung sowohl durch gute Mundhygiene, als auch durch die Gabe von Fluoriden und durch Fissurenversiegelungen zu verhindern.

Ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne sollten Sie einmal täglich mit einer höchstens erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta die Zähne des Kindes reinigen. Dabei wird von der Verwendung von Zahnpasta mit Frucht- oder Bonbongeschmack abgeraten, um keinen Anreiz zum Herunterschlucken zu geben (Abb. 1b). Ab dem zweiten Lebensjahr sollte zweimal täglich geputzt werden. Die Eltern müssen das Putzen der Kleinkinder überwachen und bis ins Schulalter hinein die Zähne nachputzen. Zusätzlich wird die Verwendung von fluoridhaltigem Speisesalz empfohlen. Wird weder fluoridhaltige Zahnpasta noch Speisesalz verwendet, können als Alternative auf Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) Fluoridtabletten gegeben werden (Tabelle 1). Diese sollten genauso wie die Verwendung von Fluoridgelees und –lösungen erst nach Rücksprache mit dem Hauszahnarzt angewendet werden.

Richtwerte für Fluoridsupplemente (mg Flouorid/Tag)
Alter Fluoridkonzentration im Trinkwasser (Mineralwasser), mg/l
Tabelle 1     © DGZMK 2002
  < 0,3 0,3-0,7 > 0,7
0-6 Monate - - -
6-12 Monate 0,25 - -
ab 1 - unter 3 Jahre 0,25 - -
ab 3 - unter 6 Jahre 0,5 0,25 -
> 6 Jahre 1,0 0,5 -

Auch besteht die Möglichkeit der Fissurenversiegelung. Dabei werden die tiefen Fissuren, Einziehungen und Grübchen in den Zähnen, die schlecht zu reinigen sind, mit kleinsten Mengen Kunststoff aufgefüllt.


Nähere Informationen erhalten Sie auch darüber bei Ihrem Hauszahnarzt.