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Kinderheilkunde (Pädiatrie)

Wie und wo werden Spaltkinder nach der Geburt betreut?

Nach der Geburt betreuen Kinderärzte der Neugeborenenstationen im Perinatalzentrum das Neugeborene. Der große Vorteil in Würzburg besteht darin, dass sich im Perinatalzentrum die Neugeborenenstationen im gleichen Gebäude und auf dem gleichen Stockwerk befinden wie die Entbindungsstation. So werden die Kinder nach der Geburt nicht in ein anderes Gebäude, getrennt von der Mutter, verlegt, sondern sind ganz in ihrer Nähe und werden trotzdem von Kinderärzten betreut. Falls das Kind nach der Geburt unter Atemproblemen leiden sollte, steht eine Neugeborenenintensivstation zur Verfügung.

Solche Atemprobleme treten nur bei Kindern mit Pierre-Robin-Sequenz auf. Dieses Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch einen weit hinten liegenden Unterkiefer (Mikrogenie und Retrogenie) (Abb. 1a) und durch das Zurückfallen der Zunge in den Rachenraum (Glossoptose). Manche Kinder haben zusätzlich eine breite hufeisenförmige Gaumen-Segelspalte (Abb. 1b). Durch das Zurückfallen der Zunge kann sie die Atemwege verlegen, was häufig durch das Einsetzen einer Gaumenplatte (Kieferorthopädie) verhindert werden kann.

Abb. 1a
Abb. 1a
Abb. 1b
Abb. 1b

Außerdem gibt es in den Neugeborenenstationen Kinderkrankenschwestern, die viel Erfahrung mit Spaltkindern haben und im Umgang mit ihnen besonders geschult sind. Sie stehen den Müttern mit Rat und Tat zur Seite, helfen beim Füttern, indem sie mehrere Saugersysteme vorstellen und mit den Müttern üben. Den Spaltkindern fällt das Trinken zu Beginn schwerer, die Ernährung über eine Magensonde ist jedoch in der Regel nicht nötig (Ernährung).

Die Ärzte organisieren während des Aufenthalts im Perinatalzentrum auch einen Termin mit den Kieferorthopäden, die auf der Station in den ersten Tagen nach der Geburt einen Abdruck nehmen, eine Gaumenplatte (Kieferorthopädie) herstellen und diese dann einsetzen.